Schreiben oder nicht schreiben?
Ist nicht hier die Frage,
ich stelle eher mir die Frage:
Will ich oder nicht?
Muss ich oder darf ich nicht?

„Don’t feed the troll“ sagte der eine Teil,
sucht im Schweigen sein Heil.
Und der andere windet sich, empfindet sich,
unangenehm berührt und will nicht akzeptieren,
dass verheerenden Meinungen und Sätzen sich selber zitieren,
sich vervielfältigen und ihre Bühne bekommen,
in dem Stück „so…das sind die Frommen“.

Wenn „postfaktisch“ in diesem Jahr
so wichtig ist und treffend war,
was ist dann das passende Wort für die Christen?
Schreib`s und denke gleich, wie zerfasert dieser Begriff ist,
frage ob er Kategorie ist, ob er eine Einheit beschreibt,
in der durch Meinung und Meinen dann doch jeder für sich alleine bleibt.
Aber zurück:
„Postgnädig“?
Also dieser  – mal wieder – garstig breite Graben
zwischen Reden über Gnade
statt Reden aus der Gnade,
der sich durch so viele Kommentare  frisst,
und in Leserbriefen einteilt,
wer Christ ist und wer nicht?

Und damit nicht genug,
es regiert der Widerspruch.
Auch in eigenen Aussagen
die teils in Endlosschleife vorgetragen,
und unter Postings eingetragen:
„Gott ist Richter“ sagt da einer,
„aber wir sind dichter“ auch…
und meint damit die Nähe zum Vater,
zum Seelenheil und meint, es wäre nur er dabei.
Denn Andere schreiben und denken sich zum Gericht,
können nicht richtig sein,
zu denen sagt bestimmt auch der Vater nein,
denn er muss ja MEINER Meinung sein.
Wer sich durchs Netz liest,
dem ist nicht fremd,
dass RECHT hat
wer die Shift-Taste kennt.

Was genau befeuert eigentlich diese Sehnsucht nach Schwarz/Weiss-Denken,
die Unfähigkeit zum Einlenken,
oder auch nur zum Stehenlassen,
wenn andere anders denken?
Woher dieser Wunsch nach einfachen Antworten auf Fragen,
dieses Suchen nach monochromen Aussagen,
die wir nicht finden werden.
Weil manche Frage eben Frage bleibt,
und jeder Versuch einer Antwort bunte Vielfalt treibt.

Tatenlos bleiben will ich nicht,
ich wünsche mir und stelle den Anspruch an mich:
mehr Friedensstifter die Frieden stiften,
Menschen die Sprache entgiften,
mehr ZurSchaufelgreifer die mit gnädigem Eifer,
Gräben zuschütten, sie ausfüllen und auffüllen,
bis sie dicht sind, eine Ebene erscheint.
Ein weites Feld, in dem für jeden sein Platz und
dennoch Einheit möglich ist
und damit Hoffnung keimt.
Auch wenn ein Anderer etwas anderes anders meint.

(lose Gedanken nach drei Tagen mit Kommentaren, Leserbriefen und Meinungen. Bestimmt nicht fertig und mit Zeichensetzung nach Gefühl…ist mir aber egal)